Segeln auf dem Ijsselmeer mit Hilfe von Radio Regenbogen

 

Am 12. Mai 2019 war es so weit, die Klasse 8a durfte mit ihrer Klassenlehrerin Frau Küsters und  Herrn Booch als Begleitung gemeinsam zum Ijsselmeer nach Holland zum Segeln fahren.  

Doch wie kam es dazu, dass Radio Regenbogen uns dabei half? Nun, nachdem klar war, dass die Klasse dieses Schuljahr als Klassenfahrt segeln geht, veränderte sich die Klassensituation und so waren es leider drei Teilnehmerinnen weniger. Dies hatte zur Folge, dass sich der Preis für die übrigen Teilnehmer um 35 € erhöht hätte. Da hatte zum Glück ein Kollege der GMRS die Idee, Herrn Weirether sei Dank, dass es bei Radio Regenbogen die Aktion gibt: „Radio Regenbogen zahlt Ihre Rechnung“.

Mit dieser Idee lief es dann eigentlich wie von selbst: Die Schulleitung stimmte zu, dass man das versuchen könne, nun brauchte es noch eine Familie der Klasse, die sich bereiterklärt, bei Radio Regenbogen binnen drei Liedern zurückzurufen, wenn unser Name in der laufenden Sendung genannt wurde. So konnte die Klassenlehrerin bei Radio Regenbogen um das Projekt werben, den Mehrpreis pro Kopf zu übernehmen und zum Dank sagte sie zu, dass die Klasse auf dem Segelschiff auch eine Fahne mit Radio Regenbogen Logo hissen werde.

Am 13.03.2019 passierte dann diese Sensation: Radio Regenbogen zog unsere Klasse, die Familie rief morgens kurz nach sechs Uhr zurück und der Sender sagte zu, diese 815 € zu übernehmen. Es gab noch ein Interview in der Schule und die Klasse und ihre Lehrerin waren begeistert, dass sie dieses Glück hatten.

Als wir uns dann am Muttertag morgens um 9.30 h trafen, hatten wir unglaublich viel Proviant dabei, denn neben dem Segeln stand die Selbstversorgung auf dem Programm. Der Reisebus war also voll beladen. Frau Küsters hatte noch den Entwurf von Felix auf unsere Klassenfahne gemalt, getreu unserem Motto: „Alles gemeinsam“ und ganz wichtig war natürlich das Radio Regenbogen Logo. Sie überraschte außerdem Herrn Booch mit einem selbstgestalteten Kapuzenpulli, der passend mit allen Namen versehen war. Schließlich konnte es losgehen und wir fuhren nach Stavoren, wo der Zweimastklipper „Ortolan“ im Hafen lag. Dort wurden wir von Skipper Roman und seiner Freundin Rocky herzlich begrüßt. Mit an Bord war auch Remus, der junge und freundliche Schiffshund.

Am ersten Abend hatten wir noch den Luxus, dass, nach dem unser Gepäck und Proviant im Schiff verstaut waren, wir beim nahegelegenen Italiener uns Pizza schmecken ließen.

Die erste Nacht auf dem Schiff war für manche sicherlich aufregend. So ein Schiff ist einfach keine Jugendherberge. Alles ist etwas kleiner und damit auch anders. Doch zum Glück war jede Kabine mit eigener Dusche und Toilette ausgestattet und sicherlich war auch hilfreich, dass wir nicht voll belegt waren und sich somit das Gepäck etwas leichter verstauen ließ.

Für die restliche Woche wurde ein Plan erstellt, wer welche Arbeiten auf dem Schiff übernimmt, so gab es einen Frühstücksdienst, wie auch für mittags und abends und weitere Dienste, um das Schiff sauber zu halten.

Am Montagmorgen wurden wir dann eingewiesen in die Kunst des Segelns: Es wurden uns Fachbegriffe erklärt und wir lernten erste Knoten kennen und übten sie. Dann kam der spannende Teil: nachdem die Planen von den Segeln genommen wurden und wir raus aufs Meer fuhren, hissten wir die Segel. Jungs und Mädchen traten dazu im Wettstreit an, das Besansegel zu hissen und darauf folgten Großsegel und Fok. Nachdem diese Segel gehisst waren, nahmen wir Kurs auf die holländische Nordseeinsel Texel. Unsere Fahne wurde auch gehisst und zeigte die ganze Woche, wer hier durch welche Unterstützung unterwegs war. Bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten Mutige nun auch ins Klüvernetz klettern, selbstverständlich nur mit Schwimmwesten, um dort über dem Meer im Netz dieses Abenteuer zu genießen. Kurz: Die Bedingungen fürs Segeln waren herausragend. Frau Küsters und Herr Booch ließen sich dies auch nicht nehmen und schickten ein Foto davon an das Kollegium der Schule.

In Texel blieben wir zwei Nächte liegen, denn am Dienstag erkundeten wir die Insel mit dem Rad und einem Tandem und waren fasziniert vom wunderschönen Sandstrand dieser Insel. Manche ließen sich nicht abhalten und gingen dort sogar Baden, obwohl die Wassertemperatur nicht mehr als 16°C betrug.

Am Mittwoch segelten wir weiter in Richtung Makkum, wobei wir zunächst mitten im Meer auf einer Sandbank aufsetzten, um dort trockenzufallen. Trockenfallen bedeutet, man setzt auf einer Sandbank auf und wartet auf die Ebbe, denn dann kann man mitten im Meer spazieren gehen.    Dies klappte fast perfekt. Wir mussten etwas durch Wasser waten, um zur Sandbank zu kommen. Wenn man sich geschickt anstellte, blieb zumindest der Oberkörper und die Hüfte dabei trocken, so dass es sich nicht ganz so kalt anfühlte. Frau Küsters fiel jedoch in dieses kalte Wasser und fror entsprechend, doch das hielt sie nicht ab, zur Sandbank zu laufen. Im Gegenteil! Immer mehr Mutige trauten sich schließlich ins kalte Wasser und wurden auf der Sandbank belohnt. Dort kam dann auch der Skipper und sein Hund Remus dazu und man spielte mitten im Meer bei Sonnenschein Volleyball. Ein unvergessliches Erlebnis.

Nach diesem idyllischen Moment, ging es dann sehr aktiv weiter. Denn mit der einsetzenden Flut ging es nun mit aktivem Segeln in Richtung Makkum. Aktiv heißt hier, man wendet das Großsegel und die Fok alle 15 Minuten. Da hat man etwas zu tun! Nun hatte unser Segelschiff sogar Schräglage und wir waren flott unterwegs und fuhren mit 8 Knoten zum nächsten Hafen. Sicherlich hatten manche da schon etwas Respekt. Schlimm war das aktive Segeln jedoch nur unter Deck, wer oben blieb, dem wurde es nicht schlecht, denn der Horizont und die frische Luft beruhigten den Magen von ganz allein.

Den Mittwochabend verbrachten wir dann in Makkum und segelten entspannt am Donnerstag wieder in Richtung Heimathafen Stavoren. An diesem Tag trauten sich auch Mitschüler das Steuern zu übernehmen und es ist schon beeindruckend, wenn man selbst ein Schiff mit 32 Metern Länge über das Meer in Richtung Hafen lenkt.

Im Hafen von Stavoren angekommen, musste dann das Schiff geputzt und unser Gepäck bereits verpackt werden, da wir am 17.05.2019 Freitagmorgen um 9.00 Uhr die Rückreise mit dem Reisebus nach Heidelberg antraten.

 

In jedem Hafenstädtchen gab es Gelegenheit auch die Marina zum Duschen zu nutzen und sich mit weiterem Proviant zu versorgen. Für das leckere Essen am Abend führte Herr Booch in der Küche gekonnt Regie und unter seiner Anleitung gab es auch morgens ein vielfältiges Frühstück. Verhungern war also nicht möglich, da auch die Eltern großzügig Proviant mitgegeben hatten. Frau Küsters weckte jeden Morgen mit einem Wecklied ihre Klasse. Die Reaktionen darauf waren vielfältig.

Ein Wermutstropfen war sicherlich für viele, dass Frau Küsters und Herr Booch vor dem Schlafengehen die Handys einsammelten und in einem „Handyhotel“ verwahrten. So war die Nachtruhe dadurch besser gewährleistet.

Man kann feststellen, dass wenn man sich auf das Abenteuer „Segelschiff“ mit seinen Besonderheiten einließ, dann konnte man eine wunderschöne Fahrt erleben. Das Wetter, eine gute Verpflegung, eine wunderschöne Natur und dieses beeindruckende Schiff taten ihr Übriges dazu bei.

Natürlich gibt es auch Gegenstimmen: Eine Segeltour ist kein Kreuzfahrtschiff mit Servicepersonal und wenn man auf große Städte zum Schoppen hoffte, wurde man enttäuscht.

Doch das stand eben auch nie im Fokus. „Alles gemeinsam“ konnte man hier etwas Einmaliges erleben. Dazu musste man bereit sein, Neues zu probieren und sich auf Unbekanntes einzulassen. Dann wurde man belohnt mit gespannten Segeln, Gischt, glitzerndem Wasser, weißen Sandstränden, Fahrradklingeln, Windrauschen, Sandbänken und blauem Himmel. Beinahe Urlaub.

 

Küsters